Die besten Sales Tricks ägyptischer Straßenverkäufer

Mache dir sehr guten Preis!

So fangen die meisten Verkaufsgespräche mit Straßenverkäufern in den meisten südlichen Urlaubsorten, auch hier in Hurghada, Ägypten meistens an.

Auf den typisch touristischen Einkaufsstraßen wird man von allen Seiten angequatscht und mehr überrumpelt als, dass man sich in Ruhe die Produkte ansehen und einfach schlendern kann.

Neben den typischen Sales-Tricks, die man so gut wie überall hört, wurde ich diesmal aber mit einigen Tricks überrascht, die ich davor noch nicht kannte.

Geschenke

Gleich am ersten Tag unserer Reise landeten wir in einem Laden, dessen Besitzer uns sofort eine kleine Mumien Figur in die Hand gedrückt und geschenkt hat.

Dabei sagt er natürlich, wie besonders man nicht ist und, dass man wem ähnlich ausschaut oder sonstiges. In meinem Fall hatten es die Verkäufer immer besonders leicht, da sie aufgrund meines türkischen Aussehens immer Fragen, ob ich arabische Wurzeln habe.

Nachdem er uns das Geschenk in die Hand gedrückt hat, nahm er es natürlich nicht mehr zurück. Er sagt dann zwar, dass es ein Geschenk ist und, dass wir uns keinen Druck machen sollen aber im Endeffekt haben wir dann sehr wohl eingekauft und Geld dagelassen.

Für mich war das definitiv ein Learning. Beim nächsten Mal würde ich so ein Geschenk nicht mehr annehmen. Auch wenn es banal klingt: man fühlt sich einfach verpflichtet und muss den Biss haben das Teil einfach wegzulegen und weiterzugehen. Oft schaffen es die Verkäufer, dass man sich wie der Böse vorkommt, das sollte man sich bewusst machen und nicht reinfallen. Außer man hat kein Problem damit mehr Geld (für oft unnütze Sachen) auszugeben. 😉

Kann ich das Foto sehen?

Der Sales Trick, der mich am meisten fasziniert hat, war wahrscheinlich dieser. Wie waren gerade dabei, Fotos mit unserer Kamera zu machen. Als dann ein Typ mit einem Kamel vorbeigegangen ist, haben wir ein paar coole Fotos mit dem Tier gemacht. Einer der Verkäufer hatte das beobachtet und als wir fertig waren, kam er sofort her und fragte, ob er die Fotos auf der Kamera sehen könnte.

Ich glaube, beim Thema Straßenverkäufer gehöre ich zu den Menschen, die einfach Nein sagen und weitergehen können, wenn ich angesprochen werde, aber in dem Fall war das fast nicht möglich.

Nachdem er die Fotos gesehen und wir gemeinsam darüber gelacht haben, bittet er natürlich einen Blick in seinen Laden zu werfen – genial!

Kannst du mir das vorlesen?

Worauf ich beim ersten Mal auch hereingefallen bin, war die Frage ”Kannst du mir das laut vorlesen?”. Auch hier wurden wir auf der Straße angesprochen und nach einem kurzen Gespräch ins Geschäft eingeladen. Drinnen holte der Verkäufer dann ein Notizheft und bat uns, lat daraus vorzulesen. Da ich den Trick noch nicht kannte, habe ich eben angefangen zu lesen. Was ich las, war eine Nachricht von deutschen Touristen, die beschrieben haben, was für ein toller Mensch der Verkäufer ist und wie toll seine Produkte sind und, dass sie jedes Jahr zurück in seinen Laden kommen.

Als wenige Tage später der nächste Verkäufer sein Notizheft auspackte, fing ich mit dem Lesen natürlich gar nicht erst an.

Dabei wird dann oft noch gesagt, dass man bitte lesen soll, da sie kein Deutsch lesen können .

Alles nur 5€

Dieser Sales Trick ist eigentlich der frechste. Die Verkäufer stehen vor dem Laden und schreien etwas wie ”Alle T-Shirts/Taschen nur 5€” (So günstig sollten die Produkte gar nicht sein können – das ist aber ein anderes Thema worauf ich hier nicht eingehe.)

Wenn man dann im Laden ist, zeigen sie dir ein Mini-Shirt in Babygröße, das halt 5€ kostet und alle anderen Größen kosten dann im Vergleich natürlich unverschämt viel.

Als wir zum zweiten Mal mit diesem Trick angesprochen wurden, fragte mein Freund, ob das denn wahr sei und, dass wir den Laden sofort verlassen würden, wenn wir nicht den versprochenen Preis bekommen würden. Darauf wurde bejaht, dass der Preis stimmt und alle Taschen nur 5€ kosten, versprochen!

Einmal im Laden drinnen gibt es zwar Produkte um 5€ aber das, was man haben will, kostet natürlich mehr. Als mein Freund dann meinte, dass wir mit einer Lüge hinein gelockt wurden, sprachen der Verkäufer aber ganz ehrlich mit uns. Er sagte klipp und klar, dass er ja anders keine Kunden ins Geschäft bekommen würde. Am Ende bekamen wir dennoch einen super Preis und waren happy.

Unverschämt hohe Preise

Der Klassiker: mit unverschämt hohen Preisen anfangen. Oft heißt es, dass ein Pullover 30€ oder sogar mehr kosten würde. Rein um dem Kunden einen großen Anfangspreis ins Gedächtnis zu setzen. Wenn man den Pulli dann am Ende um 15€ kauft, fühlt sich das super günstig an, da man ihn ja 50% billiger als den ursprünglichen Preis bekommen hat.

Fazit

Ich habe wieder einmal mitbekommen, was für starke Verkaufsskills solche Straßenverkäufer eigentlich beherrschen. Bei uns in Mitteleuropa zahlen die Menschen tausende Euros um bei Verkaufsseminaren von Trainern wie Mike Dierssen und Dirk Kreuter dabei zu sein. An anderen Orten der Welt hingegen lernen die Leute das Verkaufen indem sie einfach von klein auf den ganzen Tag in Papas Laden verbringen und zusehen, wie er das macht. Ich traue mich sogar behaupten, dass die Straßenverkäufer weitaus mehr Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen haben, wenn es um hartnäckige Kunden geht.

Ich bin schon gespannt, welche Salestricks ich bei meinen Reisen um die Welt noch kennenlernen werde!

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